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Seminare 2011 für den Fleischermeister als Unternehmer PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Redaktion   
Dienstag, den 26. Oktober 2010 um 14:54 Uhr
Seminare 2011 für den Fleischermeister als Unternehmer und das Fleischerfachgeschäft als Unternehmen

Dresden (26.10.2010/Helmer Pardun / Marina Holm) „Frankfurt am Main, 10. Oktober 2010. Trotz ungünstiger Ausgangssituation konnte das Fleischerhandwerk in Deutschland bis zur Jahresmitte gute Ergebnisse vermelden.“


Solche oder ähnliche Meldungen kommen fast wöchentlich als statistische Zustandsberichte über den Einzelhandel oder den Facheinzelhandel den Kollegen in die Betriebe oder dem SFIV ins Haus.

„ Bei den bisher vom Deutschen Fleischer-Verband verarbeiteten Daten“, heißt es im Pressebericht des DFV weiter, „ ist eine durchschnittliche, aber stabile Umsatzentwicklung über alle Umsatzgrößenklassen in Höhe von 0,2 Prozent zu beobachten. Damit liegt die Umsatzentwicklung auf dem Niveau des Vorjahreszeitraumes."  Und tendiert gegen Null.

Die Unterschiede zwischen größeren Betrieben und kleineren Betrieben kommen dann im nächsten Absatz: „Leistungsstarke Betriebe mit über 1.500.000 Euro durchschnittlichem Jahresumsatz konnten ein Plus von 2,5 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode verbuchen. Kleine und Kleinstbetriebe der Umsatzgrößenklasse bis 500.000 Euro mussten hingegen einen durchschnittlichen Umsatzverlust von 2,9 Prozent hinnehmen.“

Nach den neuesten Ergebnissen der „Branchenstudie Ernährungswirtschaft Sachsen 2010“, sind „die Unternehmen der sächsischen Ernährungswirtschaft im Schnitt nur halb so groß wie vergleichbare Firmen deutschlandweit“, haben nach obiger Rechnung also vermutlich in den vergangenen Monaten kontinuierlich gegen Umsatzverluste ankämpfen müssen.

Das, was sich beim Einzelgeschäft auf Euro und Cent in der Kasse ausdrückt, sammelt sich beim Sächsischen Fleischer-Innungs-Verband als komprimierte Daten und Einschätzungen über die Entwicklung der Fleischerfachgeschäfte. Und die geben Anlass zu verstärkten Verbesserungsaktivitäten. In Zusammenarbeit mit den Innungen müssen Lösungen für mögliche Verbesserungen im Geschäftsgang  der Betriebe gefunden werden.

Das, was in der absoluten Verfügung des einzelnen Fleischermeisters steht, nämlich das Aussehen und das Ansehen seines Fleischerfachgeschäfts vor Ort zu mehren, darauf hat auch nur er selbst korrigierenden Zugriff.
Da, wo es um Wissen und Qualifikationen des Fleischermeisters geht und der Förderung seines persönlichen Verständnisses für ihn als Unternehmer und für seinen Betrieb als Unternehmen, kann der Verband durch gezielte Fortbildungsangebote für Geschäftsleitung und Mitarbeiter im Fleischer-Fachgeschäft seinen Teil beitragen.

Das wollen wir im Jahr 2011 mit gezielten Angeboten in drei Schwerpunktbereichen tun.

Diese drei Schwerpunktbereiche sind, ohne dass die Reihenfolge eine Rangfolge von wichtig oder weniger wichtig bildet, folgende:

1) Das Fleischerhandwerk in Sachsen: die Bedeutung des Fleischerhandwerks und seiner Berufe für das Ernährungshandwerk und die Verbraucher in Sachsen – Beruf, Berufsausbildung, Verbraucherinformationen

Begründung: Statt uns weiterhin bequemer Weise mit einem Großteil unserer Werbekostenbeiträge auf andere zu verlassen, müssen wir gezielt vor Ort – Geschäft, Gemeinde,  Regionalgebiet - sachsentypisch, vielleicht sogar sachsentypisch „figelant“, für unser Handwerk, den Beruf, den Nachwuchs und das Ansehen werben.

Dazu müssen neue Ideen entwickelt oder vorhandene in die Tat umgesetzt werden. Vorschläge dazu folgen weiter unten.

2) FleiFood 2011: Auch Messe muss man lernen


Begründung: Im Jahr 2011 wird neben allen anderen größeren Veranstaltungen, an denen der SFIV maßgeblich beteiligt ist, unsere eigene Fach-und Verbrauchermesse das Aushängeschild für das Fleischerhandwerk in Sachsen überhaupt sein.

Der Charakter der Messe hat sich seit 2009 von einer reinen Fachmesse mehr und mehr zu einem Fachforum für Fleisch und Ernährung, zu einem Fachhandelsforum für Fleischer, Gastronomie, Hotellerie und Handel und zu einem Verbrauchertreffpunkt für die Bedeutung des Fleischerhandwerks in den Regionen verändert.

Das bedeutet, dass an dieser Messe  Kollegen nicht nur mehr als Besucher, sondern Kollegen vielmehr als Aussteller, als  Fleischermeister und Inhaber von Fleischer-Fachbetrieben, für das Publikum teilnehmen müssen.

Dies ist für viele Kollegen ein völlig neues Betätigungsfeld und braucht deswegen eine entsprechende Einarbeitung und Kalkulationsbasis. Bei geeigneter Vorbereitung hat eine eigene Messeteilnahme in Leipzig  ganz nachhaltig geschäftsförderliche Beziehungen bis in das heimatliche Fleischerfachgeschäft vor Ort.

3) Verkaufen im Internet - Richtig, rechtens, erfolgreich

Begründung:  Das gesamte Fleischerhandwerk in Deutschland hat neben anderen neuen Vertriebskanälen und Verkaufsstätten das Internet, oder besser gesagt den Elektronischen Geschäftsverkehr im Internet, für seine Verkaufstätigkeit entdeckt. So auch schon einige Fleischer-Fachbetriebe in Sachsen.  Und das, wie überall, mit unterschiedlichen Erfolgen oder anfänglichen Misserfolgen.

Das hat im je einzelnen Fall viele Gründe, in der Gesamtheit jedoch den einen, dass man die virtuelle Geschäftstätigkeit kaum kennt und damit in ihrer Bedeutung total unterschätzt.

Gäbe es in der Gesellen- oder Meisterprüfung einen Prüfungsteil „Internet und Elektronischer Geschäftsverkehr“, wüsste man in Fachkreisen schon aufgrund der Prüfungs-Vorbereitungen für Lernende und Prüfende um den Umfang des Arbeitsgebietes jenseits der reinen Produktion und des Ladenverkaufs. Und man wüsste um deren Erfolgsmöglichkeiten und die Vorgehensweisen.

Soweit zur Einführung und Begründung der Schwerpunkte. Hier sind nun alle Themen der Seminare im Einzelnen.

Für jeden nachfolgenden Themenkreis wurden beim Sächsischen Landwirtschaftsministerium Fördergelder beantragt. Inwieweit diese bewilligt werden, das ist derzeit auf Grund der Haushaltslage der Sächsischen Staatsministerien ergebnisoffen.

A. Verkaufen im Internet - Richtig, rechtens, erfolgreich


Geld ist das Zahlungsmittel  - Vertrauen die Währung - E-Commerce-Kenntnis die Basis. Immer mehr Einzelhandels- und Fachgeschäfte steigen aktiv in den Elektronischen Handel über das Internet ein. Die Fleischerfachgeschäfte des Sächsischen Fleischerhandwerks gehören dazu.

Gleichzeitig werden die Voraussetzungen und Regelungen zur Teilnahme an einem erfolgreichen E-Commerce-Auftritt komplizierter.

Deshalb wird der SFIV im Jahr 2011 insgesamt 4 Seminare zum Thema: "Handel im Internet -  erfolgreich und sicher für das Fleischerfachgeschäft" durchführen. Dazu gehören Seminarzuschnitte wie
a) Internet und Technik: Hardware, Software, freie und proprietäre Shopsysteme, deren Installationen, Beschickung und Pflege;
b) Produkte und Service: Produktangebote, Preisgestaltung, Bestellprozesse, Logistik, Abrechnungssysteme;
c) Recht und Sicherheit: Rechtliche Grundlagen, Vertragliche Grundlagen, Anbieterkennzeichnung, AGB, Widerrufsrecht, Datenschutz;
d) Finanzen und Kosten: Einrichtungskosten, Betreibungskosten, Unterhaltskosten für laufenden E-Commerce und Internetshops.

B. FleiFood 2011: Auch Messe muss man lernen


Die FleiFood ist 2011 die größte Fach- und Verbraucherveranstaltung und zugleich Branchenplattform des Sächsischen Fleischerhandwerks zur Präsentation des Fleischerhandwerks und seiner Bedeutung als Ernährungshandwerk in der Öffentlichkeit. Weil der Erfolg dieser Veranstaltung weitgehend vom Besuch und auch der Beteiligung aller sächsischen Fleischerfachbetriebe abhängt, wird es bis dahin eine Anzahl vorbereitender Veranstaltungen und regelmäßiger Seminare zum Thema „Messe und Messemarketing - neue Wege der Absatzsicherung und Kundenbindung im Fleischerhandwerk in Sachsen“ geben, denn „ auch Messe muss man lernen“.

Für das Fleischerfachgeschäft ist es wichtig, auch  mittels Fachmessen Transparenz, Vielfalt und Flexibilität im Handwerk, in Produktionsweisen und Produktionsprozesse, in Nachhaltigkeitsstrategien und Kundenorientierung sowie persönliche Verkaufs- und Beratungsgespräche zu fördern.

Seminarzuschnitte sind: FleiFood 2011 - Messeteilnahme und Messebesuch als Absatzstrategie für das Fleischerfachgeschäft - Für das Fleischerfachgeschäft ist es wichtig, auch  mittels Fachmessen Transparenz, Vielfalt und Flexibilität im Handwerk, in Produktionsweisen und Produktionsprozesse, in Nachhaltigkeitsstrategien und Kundenorientierung sowie persönliche Verkaufs- und Beratungsgespräche zu fördern.
a) Messen – Wie man sie plant - Messevoraussetzungen / Zielvorstellungen / Messeziele / Messeart / Messekosten
b) Messen - Wie man sie aufbaut - Standanmietung / Standplanung-/gestaltung / Standbau/-ausstattung
c) Messen – wie man sie durchführt - Eröffnungsphase / Eröffnungsveranstaltung / Werbe-/PR-Maßnahmen / Schlussphase / Schlussbesprechung / Nachbearbeitung / Controlling

C. Das Fleischerhandwerk in Sachsen: die Bedeutung des Fleischerhandwerks und seiner Berufe für das Ernährungshandwerk und die Verbraucher in Sachsen – Beruf, Berufsausbildung, Verbraucherinformationen

Die Branchenstudie Ernährungswirtschaft Sachsen 2010 zeigt, dass die Themenbereiche Regionalmarketing, Regionalmarke, „aus der Region für die Region“ von elementarer Bedeutung für die sächsischen Betriebe im Ernährungshandwerk sind.

Gleichzeit ist eine Schärfung der Berufsbilder des Handwerks (Bäcker, Fleischer etc.) und ein integriertes Standortmarketing gefordert, heißt es dort, weil kleine Betriebe mit wenigen Mitarbeitern  größenbedingt mehr Schwierigkeiten bei Ausbildung, Vermarktung und Vertrieb etc. haben.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommen die jüngst vom Deutschen Fleischerverband vorlegten Zahlen und Ergebnisse für das Geschäftsjahr/Jahresbericht 2009/2010 für das gesamte Fleischerhandwerk in Deutschland hinsichtlich einer besseren Hervorhebung des Berufs, der Berufsbilder und der Fachgeschäfte selber.

Daraus zieht der SFIV folgende Vorgehenskonsequenzen für seine Arbeit im Jahr 2011.

1) Imagekampagne-Fleischerberufe - Der Sächsische Fleischer-Innungs-Verband möchte im Laufe des Jahres 2011 durch eine landesweite Imagekampagne mittels Plakaten, Flyer und Fachaktionen (z. B. Mobile "Regionaltheke") in allen Fachgeschäften  dazu beitragen, das Fleischerfachgeschäft noch stärker als "Marke" im Markt zu etablieren.

2) „f“-Marken-Kochbroschüre
– Mit dem allgemeine Rückgang der Kauf-, Küchen- und Kochkenntnisse, d. h. dem  Rückgang der Kenntnisse über die Verwendung der unverarbeiteten und verarbeiteten Produkte aus dem Fleischerfachgeschäft, ist gleichzeitig ein Rückgang von selbstzubereitenden Mahlzeiten im privaten Haushalt festzustellen und damit ein Absatzrückgang dieser Produkte im Fleischerfachgeschäft zu verzeichnen.

Dem möchte der SFIV durch die Herausgabe einer Broschüre „Das f-Marken Kochbuch für jeden Haushalt“ Einhalt gebieten und womöglich entgegenwirken.

Geplant ist eine Pod/Bod-Broschüre (Books-on-Demand/Print-on-Demand-Broschüre) mit rund 50 sächsischen Rezepten aus dem Fleischerfachgeschäft, mit Küchen- und Kochvorschlägen und mit Hygienetipps zum Umgang mit Fleisch im Haushalt.

Startauflage ca. 1000 Exemplare zur Ausgabe bei den Fleischerfachgeschäften an die Kundschaft und auch als Zubereitungsvorschlage zur Belebung des Imbißgeschäfts (gleichsam als „Musterküche“ und „Infocenter“ beim Fleischer selbst).

3) Werbekampagne zur Berufswahl für das Sächsische Fleischerhandwerk
- Sowohl der demographische Wandel,  wie die rückläufig zu erwartenden Schulabgängerzahlen einschließlich der unterschiedlichen Niveaus in den einzelnem Abschlusszeugnissen, wie zusätzlich die Bevorzugung der Berufswahl der Schulabgänger für technische und kaufmännische Berufe machen es für das Ernährungshandwerk in Zukunft notwendig, sehr stark  bereits im Vorfeld der Berufswahl auf die Fleischerfachberufe aufmerksam zu machen.

Die  Jugendlichen sollen über verschiedenste Informationskanäle auf die  Berufe im eigenen Ernährungshandwerk, deren Ausbildungsinhalte und Zukunftsperspektiven hingewiesen werden. Dazu wird der SFIV-Berufsbildungsausschuss dem Landesverbandstag im März 2011 ein  Gesamtkonzept zur Verabschiedung vorlegen.

Dieses vorausgesetzt,  soll  ab dann massiv mit Berufsflyern, Berufs-CDs, Präsentationmappen und gezielte Einladungen an Zielgruppen mit Info-Veranstaltungen (z. B. mit Einladungen in Fachbetriebe und in lokale Innungsversammlungen mit Obermeister, Meistern und Meistersfrauen zur Präsentation des Handwerks, Einladungen an Mittelschulen für Fragen der Jugendlichen im Vorfeld der Berufswahl – dies speziell an einem Tag auf der Messe FleiFood) landestypisch für die Berufsausbildung im Fleischerhandwerk geworben werden.
Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 26. Oktober 2010 um 15:08 Uhr
 

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