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Diskussion: Fleischerfachgeschäft als Dienstleistungs-Zentrum PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Helmer Pardun   
Donnerstag, den 24. November 2011 um 08:47 Uhr
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Diskussion: Fleischerfachgeschäft als Dienstleistungs-Zentrum
Die kommenden Veränderungen - Dienstleistungsmarketing vor Produktmarketing
Neue dominante Logik für das Marketing von Fleischer, Fachgeschäft und Verbraucher
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Service-Orientierung: Zur Entwicklung einer neuen Logik für das Ernährungshandwerk in der Region (Kurzfassung)

Dresden (Helmer Pardun/23.11.2011) - Das neue Verhältnis von Fleischer, Fachgeschäft und Verbrauchern im sächsischen Fleischerhandwerk.

Ein Diskussionsbeitrag zum Verständnis des Fleischerfachgeschäftes als Service-Zentrum für Grundversorgung, Genuss und Geschmack und seinem Beitrag zu einer ausgewogenen Ernährung mit Fleisch. Dies ist die Kurzfassung eines Beitrags. Die Langfassung steht in unserem Journal >>> hier.

Auch das Fleischerhandwerk wird künftig nicht mehr umhin kommen, dass der Kunde durch seine Ernährungsgewohnheiten und –wünsche, aber auch beeinflusst von öffentlichen Medien und veröffentlichten Meinungen, den Lebensmittelmarkt mitprägt und auf Service setzt.


Ausgangspunkt unseres Beitrages ist eine neue Trendperspektive, nämlich die der „Serviceorientierung“ im Fleischerhandwerk als wichtigem Alleinstellungsmerkmal gegenüber anderen Mitbewerbern.

Darauf aufbauend ist in Gesprächsrunden zwischen den Mitgliedern des SFIV Berufsbildungsausschusses, von Pressestelle und Präsidium eine Fachdiskussion ausgelöst worden, die vorrangig abzielt auf die Handhabung des zu erwartenden Bewerbermangels bei Lehrstellen und Fachkräften,  längerfristig aber auch die stetig voranschreitende  Veränderung des Verhältnisses von Fleischer, Fachgeschäft und Verbrauchern zum Nutzen aller beteiligten Parteien  im Blickfeld hat.

Das Fleischerhandwerk wird sich dieser Ansicht nach

  • in der Verbindung von Fleischer, Fachgeschäft und Verbraucher als ein Mittelpunkt und Mittler für die Bedeutung von Nähe, Natürlichkeit und Nachhaltigkeit bei sicheren Lebensmitteln und ausgewogener Ernährung für Wohlergehen, Wohlfahrt und Lebensausgleich (Life Balance) der Bevölkerung aller Landesgegenden und sozialer Zugehörigkeiten
  • mehr dem Publikum öffnen und dabei einen Bogen schlagen müssen zwischen sich, dem Produzenten als Hersteller und Handwerker und den Konsumenten als Verbraucher, Endfertiger und Letztverwender seiner fleischerhandwerklichen Angebote.

Ausgangspunkt dieser neuen Verbindung von Fleischer, Fachgeschäft und Verbrauchern ist die Erkenntnis, um nur einige der Trends zu nennen

  • dass die Veränderungen in der Ernährungswirtschaft, im Lebensmittelhandwerk und im Verhalten der Kunden eine neue, umfassendere Sicht auf das Verhältnis von Produzenten und Konsumenten nötig machen;

  • dass die rückläufig Ernährungskompetenz beim Konsumenten und die Zunahme von ernährungsassoziierten Krankheiten und deren Folgekosten danach verlangen, dass Ernährung zukünftig einen stärkeren Beitrag für eine gesunde Bevölkerung, ausgewogene Ernährung (mit Fleisch) und für eine hohe Lebensqualität des Einzelnen zu leisten hat, was das Fleischerhandwerk als Service-Zentrum schon jetzt teilweise zu leisten in der Lage ist;

  • dass „der“ Kunde im Fleischerfachgeschäft ein kombiniert dreigegliedertes Waren- und Leistungsangebot erwartet, dass weitgehend seinen eigenen Vorstellungen von liebenswerten Lebensmittel, lobenswerter Lebenshaltung und lebenswertem Lebensstil (Geschmack, Geld, Gewohnheit) entgegenkommt und der Kunde im Fachgeschäft  von seinem Fleischer wissen möchte, inwieweit Herkunft und Herstellung dieser Produkte seiner, des Kunden, Einstellung zu hochwertiger Qualität, ausgewogener Ernährung und regionaler Erzeugung entsprechen;

  • dass auch im Fleischerfachgeschäft, bei Partyservice, Außer-Haus-Verpflegung, Imbiss und Catering das Kundeninteresse nach Kommunikation, Wissen und Informationen erheblich zugenommen hat.

Bei Partyservice, Außer-Haus-Verzehr, Menüservice, Imbiss, beim Betreiben und Bestücken von Betriebskantinen und bei der Versorgung der Bevölkerung mit Mittagstisch ist es längst kein Thema mehr – das Fleischerhandwerk entwickelt sich zum Service-Beruf, das Fachgeschäft zum Service-Zentrum, der Verkäufer zum Service-Berater.

Und über die f-Marke heißt es ganz bezeichnend für das Fleischerhandwerk, vor allem steht die f-Marke als "Einkaufswegweiser" für Frische und Service aus Meisterhand.

Das moderne Fleischerfachgeschäft ist heute ein umfassend unternehmergeführtes, auf Lebensmittel spezialisiertes, kundenorientiertes Service-Zentrum für Grundversorgung, Genuss und Geschmack zu einer ausgewogenen Ernährung  m i t  Fleisch. Zumindest hat es sich dahin auf den Weg gemacht.

Die Ausrichtung auf den neuen Service-Charakter des Fleischerhandwerks steht sehr stark nachvollziehbar auch in den neuen Ausbildungsordnungen im Vordergrund, ganz offen in den Wahlbausteinen, verdeckt eher noch in den Begründungen dazu.

Beispiel: In den beiden „Erläuterungen und Praxishilfen zur Ausbildungsordnung“ für Fleischer/Fleischerin (S.19) und Fachverkäufer/Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk (S. 16) ist unter „Aufnahme einer detaillierten Auftragsbeschreibung“ nahezu gleichlautend zu lesen: „Im Gespräch werden die Erwartungen eines Kunden erfragt und die entsprechenden Mitteilungen festgehalten…“. Die Begründung: „Vollständig ist eine berufliche Handlung – im Sinne des Modells einer vollständigen Handlung – immer dann, wenn auf der Grundlage eines Auftrags oder einer Kunden anforderung ein Vorgang geplant, begonnen, durchgeführt oder abgeschlossen wurde…Es sollte immer angestrebt werden, die Ausbildungssegmente als in sich geschlossenen vollständige Handlungen mit der Einbettung in betriebliche Abläufe und die Kundenorientierung zu beziehen.“

Im Berufenet der Arbeitsagentur heißt es für alle sichtbar über die Ausbildung zum Fleischer: "Während der gesamten Ausbildungszeit wird den Auszubildenden vermittelt, wie Angebot, Beschaffung, Dienstleistung und Verkauf funktionieren." Wenn nicht als Vorbereitung auf einen längst auf Service ausgerichteten Beruf in einem ebensolchen Handwerk, warum denn dann?

>>> Die kommenden Veränderungen -  Dienstleistungsmarketing vor Produktmarketing


Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 30. November 2011 um 15:08 Uhr
 

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